Wissenswertes zu Carotinoiden

Carotinoide sind fettlösliche (lipophile) Farbpigmente bzw. Pflanzenfarbstoffe. Obst und Gemüse mit hoher Konzentration an Carotinoiden sind orange bis rot (z.B. Karotten, Paprika, Aprikosen, Mango oder Kaki). Aber auch dunkelgrüne Blattgemüse (z.B. Grünkohl, Spinat) enthalten viele Carotinoide. Obwohl diese für unser Überleben nicht essentiell sind, spielen sie eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit. Carotinoide lassen sich in zwei Klassen einteilen: Carotine und Xantophylle. Insgesamt sind bereits rund 700 Carotinoide bekannt, davon finden sich rund 40 in der menschlichen Nahrung wieder. Im menschlichen Blut ließen sich bisher 18 verschiedene Carotinoide nachweisen. Mengenmäßig bedeutsam sind Beta-Carotin, Astaxanthin, Lycopin und Lutein.

Carotinoide sind starke Antioxidantien. Antioxidantien machen freie Radikale unschädlich, schützen den Körper vor oxidativem Stress und wirken entzündungshemmend. Forschungen zeigen mittlerweile hinreichend: Je höher der Carotingehalt im Blut, desto niedriger sind in der Regel die Entzündungswerte – und andersherum. Eine Ernährung reich an Carotinoiden schützt somit vor vielen entzündungsbedingten chronischen Erkrankungen. Mehrere Carotinoide verfügen zudem über Vitamin A-Aktivität, insbesondere Beta-Carotin. Am effektivsten ist die Einnahme mehrerer Carotinoide gleichzeitig, beispielsweise im Verbund natürlicher pflanzlicher Lebensmittel. In ihrer Kombination konnte eine symbiotische Wirkung beobachtet werden, innerhalb derer die Bioverfügbarkeit gegenseitig verstärkt wurde. Aber auch natürliche Nahrungsergänzungsmittel können bei einer carotinoidarmen Ernährung eine gute Versorgungsquelle sein.

Carotinoide sind ein idealer Sonnenschutz. Untersuchungen zufolge schützen sie unsere Hautzellen sogar noch besser vor schädlicher UV-Strahlung als Sonnencreme. Sportler beugen einer übermäßigen Sonnenlicht-Exposition vor, indem sie konzentrierte Carotinoide (insbesondere Astaxanthin) als Nahrungsergänzung einnehmen. Astaxanthin schützt den Körper noch deutlich besser vor UV-Strahlen als Vitamin E. Im Gegensatz zu Sonnenmilch wirkt Astaxanthin von innen und lässt sich nicht einfach wieder abwaschen. Dass Sonnencreme als Sonnenschutz ausreichend wäre, ist ein hartnäckiger Irrtum. Selbst Produkte mit dem höchsten erhältlichen Lichtschutzfaktor bietet keinen 100 %-igen Schutz. Bestimmte chemische Inhaltsstoffe können das Hautkrebsrisiko sogar noch erhöhen. Besonders wichtig ist ein ausreichender Sonnenschutz für Kinder. Bis zum 18. Lebensjahr bekommen sie rund 80 % der gesamten UV-Strahlung ihres Lebens ab. Somit sollte der Aufbau eines natürlichen Sonnenschutzes durch Carotinoide am besten schon in der Kindheit beginnen.

Verzehrhinweise zur besseren Bioverfügbarkeit von Carotinoiden. Da Carotinoide fettlöslich sind, sollten sie immer zusammen mit ein wenig Fett aufgenommen werden. Damit die Carotinoide bestmöglich aus der Nahrung aufgenommen werden können, sollten die Lebensmittel gut gekaut werden. Durch gründliches Zerkleinern steigt die Bioverfügbarkeit sogar noch stärker als durch Fettbeigabe.

Beta Carotin:

Beta-Carotin ist die Vorstufe zu Vitamin A und wird deshalb auch als Provitamin A bezeichnet. Wie viele andere Carotinoide ist Beta Carotin ein starkes Antioxidans und schützt vor oxidativem Stress. Außerdem beeinflusst es die Immunfunktion und reguliert das ordnungsgemäße Wachstum unserer Zellen. Als Bestandteil von Vitamin A ist es wichtig für die Neubildung von Magenschleimhaut. Diese hat die Aufgabe, den Magen vor der Magensäure zu schützen. In diesem Zusammenhang verringert Beta-Carotin das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken um 50 %.

Vitamin A ist von besonderer Bedeutung für unsere Augen. Ohne Vitamin A wären die Zellen unserer Netzhaut nicht in der Lage, Sehimpulse ans Gehirn weiterzuleiten. Bei starkem Vitamin A-Mangel kann es durch oxidativen Stress nicht nur zu Sehstörungen, sondern auch zu einer Makuladegeneration kommen. Die Makula bezeichnet den Punkt des schärfsten Sehens. Studien zeigen, dass einer antioxidatienreiche Ernährung das Risiko einer Makuladegeneration um 35 % senken kann.

Beta Carotin schützt das Herz. Es reduziert einen erhöhten Cholesterinspiegel und senkt das kardiovaskuläre Risiko (z.B. für Arteriosklerose, Schlaganfall, Herzinfarkt). Beta Carotin hilft bei der Regulierung des Blutdrucks und wirkt entzündungshemmend. Außerdem beeinflusst es den Cholesterinspiegel günstig und verbessert die Blutfettwerte. So ist Beta-Carotin indirekt an der Aufrechterhaltung gesunder Gefäße beteiligt.

Beta-Carotin für mehr Hautschutz. Bereits 24 mg täglich genügen, um kurzfristig einen hauteigenen Lichtschutzfaktor von 3 aufzubauen. Bei einer Einnahme von mehreren Wochen kann diese Wirkung sogar noch erhöht werden.

Astaxanthin:

Astaxanthin zählt zu den stärksten Antioxidantien, die es gibt. Dadurch schützt Astaxanthin unsere Zellen vor der schädlichen Wirkung von freien Radikalen und oxidativem Stress. In der Natur ist Astaxanthin am häufigsten in Algen zu finden. Die darin enthaltenen Farbpigmente geben Lachsen, Krabben und Flamingos die typische rosa Färbung.

Astaxanthin sorgt für Leistungssteigerung beim Sport. Mit Astaxanthin können Sportler sowohl ihre Kraft als auch ihre Ausdauer verbessern. Dieser Effekt hängt ebenfalls mit der bereits erwähnten, antioxidativen Wirkung zusammen. Astaxanthin kann die Muskelzellen vor Schäden durch oxidativen Stress bewahren. Somit können diese wieder besser auf Bewegungsreize reagieren und erholen sich schneller von Belastungen.

Astaxanthin gut für die Augen. Eine der herausragenden Eigenschaften von Carotinoiden und seit langem bekannt ist ihre Wirkung auf die Netzhaut. Unsere Netzhaut unterliegt ständig dem Einfluss von UV-Strahlung und Stress verursachenden technischen Licht (LED/Bildschirmlicht). Dadurch lässt die Leistung ihrer Fotorezeptoren mit der Zeit nach. Astaxanthin kann hier eine Schutzfunktion bieten. Zusätzlich verbessert Astaxanthin die Blutversorgung im Auge und unterstützt somit die Weiterleitung der Netzhautreize ins Gehirn.

Astaxanthin gut für die Haut. Auch unsere Hautzellen leiden unter dem Einfluss von freien Radikalen. Mit fortschreitendem Alter führt dies zu nachlassender Elastizität der Haut und Faltenbildung. Die Einnahme von Astaxanthin kann vorzeitige Hautalterung verhindern, indem es die dafür zuständigen Oxidationsprozesse stoppt. So bleibt die Haut länger glatt und elastisch.

Lycopin:

Auch Lycopin ist ein starkes Antioxidans. In besonders hoher Konzentration ist es in Tomaten enthalten. Etwa 85 % des Lycopins, welches wir zu uns nehmen, stammt aus Tomaten. Damit lässt sich auch der botanische Name Solanum lycopersicum erklären. Aber Lycopin kommt auch in anderen roten Gemüsesorten vor, zum Beispiel in Wassermelone, Papaya oder Wassermelone.

Im Gegensatz zu vielen anderen sekundären Pflanzenstoffen erhöht sich die Bioverfügbarkeit von Lycopin durch Erhitzen. Das liegt daran, dass Lycopin im Zuge des Verarbeitungsprozesses aus den Zellen gelöst wird und somit besser verfügbar ist. Deswegen sind warme oder im Herstellungsprozess erhitze Gerichte wie pasteurisierter Tomatensaft, Tomatensauce, Tomatensuppe, Ketchup oder auch Tomatenpulver besonders lycopinreich.

Wissenschaftler konnten mittlerweile beweisen, dass Lycopin sich positiv auf unser Herz-Kreislauf-System auswirkt. Die Probanden mit dem höchsten Lycopingehalt im Blut hatten ein 55 % geringeres Risiko für Schlaganfälle. Diese bemerkenswerte Wirkung hängt mit den blutverdünnenden Eigenschaften von Lycopin zusammen. Dadurch verhindert der sekundäre Pflanzenstoff ein Verklumpen der Blutplättchen.

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