Omega-3-Fettsäuren wichtig für Mutter und Kind

Schätzungen zufolge leiden zwischen fünf und 20 Prozent der Schulkinder an einer sogenannten Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Ernährungsweisen, denen es an wichtigen Vitalstoffen fehlt, sind dabei nicht ganz unbeteiligt. Forscher fanden jetzt heraus, dass Omega-3-Fettsäuren womöglich eine wichtige Rolle bei Prävention und Behandlung von ADHS spielen könnten.

Omega-3-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte, Fettsäuren mit einer besonderen Struktur. Sie sind essenziell und müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Zur Gruppe der Omega-3-Fettsäuren zählen die beiden langkettigen Fettsäuren Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure (EPA und DHA) und die  pflanzliche alpha-Linolensäure (ALA). Omega-3-Fettsäuren sind essenzielle Bestandteile der Zellmembranen und Basis von Gewebshormonen. Dadurch beeinflussen sie Blutdruck, den Fett- und Eiweißstoffwechsel, die Blutgerinnung, Entzündungen und die Immunabwehr. 

Omega-3-Fettsäuren haben eine wichtige Bedeutung für unsere Gesundheit. Ein chronischer Mangel an Omega-3-Fettsäuren fördert Entzündungen. Eine gute Versorgung mit Omega 3 Ölen verbessert womöglich auch das Lese- und Schreibverhalten bei Kindern. Untersucht wurden in einer Studie Kinder zwischen 9 und 12 Jahren, die ADHS Störungen aufwiesen. Nach der Verabreichung von EPA, DHA und Linolsäure verbesserte sich das Verhalten der Kinder merklich. „Diese Studie beweist einmal mehr, dass Omega-3- Fettsäuren sowohl Aufmerksamkeit und Text- und Sinnverständis, als auch Verhaltensprobleme bei Kindern mit ADHS verbessern können.“, so die Forscher der University of South Australia. „Aufgrund zunehmender Beweise können wir annehmen, dass Kinder mit ADHS und Rechtschreibschwäche gut auf die Behandlung mit Omega-3-Fettsäuren ansprechen.“ Die Eltern nahmen ihre Kinder deutlich ruhiger, konzentrierter und ausgeglichener wahr. Allgemein schienen die Symptome von ADHS signifikant reduziert. Zusätzlich wirkten Schüler mit höheren EPA-Werten im Blut weniger ängstlich und schüchtern, als zu Beginn der Studie.

Untersuchungen an anderer Stelle zeigen einen gesteigerten Bedarf an Omega 3 in der Schwangerschaft. Wichtig sowohl für die Mutter, wie für das ungeborene, in Entwicklung befindliche Kind. Das Risiko von Schwangerschaftsdepressionen bei der Mutter ist unter Omega 3 Substitution deutlich verringert, außerdem gehen nennenswerte Mengen in die Muttermilch und sorgen so initial für eine optimale Omega 3 Versorgungen des Kindes.

Natürliche Lebensmittel als Omega-3-Quelle bevorzugen

Nähr- und Vitalstoffe aus naturbelassenen Lebensmitteln bilden einen harmonischen Verbund verschiedener Inhaltsstoffe, mit meist deutlich besserer Verfügbarkeit. Das macht sie in aller Regel wertvoller für uns, als einzelne extrahierte Auszüge einer bestimmten Substanz. Omega-3-Fettsäuren finden sich zwar in zahlreichen Lebensmitteln allerdings ist der Gehalt oft gering, oder die Lebensmittel stehen nur selten auf dem Speiseplan. Omega 3 Fettsäuren sind sogenannte essenzielle Fettsäuren. Das bedeutet unser Körper kann sie nicht selbst herstellen, weshalb diese mit der Nahrung zugeführt werden müssen. Bedauerlicherweise enthält die moderne Ernährung viele gesättigte Fettsäuren, dagegen umso weniger ein- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, zu denen auch Omega 3 gehört.

Im menschlichen Organismus können die langkettige Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA direkt verwertet werden. Aufnehmen kann man diese, zum Beispiel über Omega-3 reiche Algen, fetten Fisch, Fischöl und Krustentiere. Atlantischer Lachs enthält ca. 1,8 Prozent DHA/EPA und atlantischer Hering ca. 1,2 Prozent. Aufgrund des Risikos von Schwermetallbelastungen in Fisch bzw. Fischöl und wegen einer oft schlechten Verträglichkeit von Fischölkapseln (häufiges Aufstoßen), sowie für Vegetarier, können pflanzliche Omega 3 Quellen die bessere Alternative sein.  Eine gute direkte Quelle für DHA und EPA, sind auch bestimmte Algen, aus denen Öle gewonnen werden, die oft in Kapseln als Nahrungsergänzungsmittel Anwendung finden. Als Linol- und Linolensäure finden sich essenziellen Fettsäuren zum Beispiel in Lein-, Chia-, Hanf- und Perillasamen, sowie den Ölen aus diesen Saaten. Leinsamen ist eine besonders reiche Quelle für Omega-3-Fettsäuren. Leinöl hat dabei ein Verhältnis der Omega-6- zu Omega-3-Säuren von etwa 3:1. Dies ist der relative höchste Anteil an Omega-3-Fettsäuren aller Öle. Auch Walnusskerne sind eine gute pflanzliche Quelle von ALA. 

Gehalt an alpha-Linolensäure (Omega 3) in Gramm pro 100g
Leinöl ~ 53,65 g – 61,5 g
Chia-Saat ~ 20,36 g
Hanföl ~ 20,2 g
Leinsamen ~ 16,7 g
Walnussöl ~ 10,08 g
Rapsöl ~ 9,46 g
Weizenkeimöl ~ 7,13 g
Sojaöl ~ 6,98 g

Durch den zusätzlichen Konsum von Leinöl, etwa in einem Salatdressing kann das normalerweise in unserer Nahrung ungünstige Verhältnis zwischen Omega 3 zu Omega 6 Fetten günstig beeinflusst werden. Die DGE spricht von einem wünschenswerten Verhältnis von 1:5 . Unser Körper muss pflanzliche  alpha-Linolensäure (ALA) noch in DHA und EPA umwandeln, was neueren Erkenntnissen zufolge problemlos möglich ist.  Die  Alpha-Linolensäure wird dabei durch Umwandlung (Elongation/Kettenverlängerung) von gesättigten in ungesättigte Verbindungen, zu EPA und DHA verstoffwechselt. Das geschieht in den weißen Blutkörperchen und in der Leber.  Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 0,5 Prozent der täglichen Energiezufuhr in Form von alpha-Linolensäure (ALA / Omega-3) aufzunehmen. Bei Erwachsenen würde dies etwa 1-1,25 Gramm Omega-3-Fettsäure pro Tag entsprechen. 

Topfruits Extra-Tipp: Öle mit einem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, zu denen die Omega 3 Fettsäuren, etwa die  alpha-Linolensäure gehören, sind empfindlich. Sie werden durch Hitze leicht zerstört. Man sollte Öle wie Leinöl, Hanföl oder Rapsöl deshalb nur in der kalten Küche verwenden und niemals stark erhitzen. Was man aber problemlos machen kann, ist bspw. über eine fertige Tomaten- oder Kürbissuppe, zur Deko, aber auch zur Vitalstoffaufwertung, etwas von den wertvollen Ölen, direkt vor dem Servieren auf die Oberfläche träufeln. Im Salatdressing kombiniert man bspw. Raps- Olivenöl mit Lein- Hanf- oder Kürbiskernöl. Selbstverständlich können Sie auch täglich einfach ein oder zwei Teelöffel Lein- oder Hanföl einfach so essen. Wenn es sich dabei um frische und hochwertige Öle handelt, die selbstverständlich kaltgepresst / native extra sein müssen, dann schmeckt das ganz hervorragend. Viele unserer Kunden praktizieren das so.

Die Lagerung von empfindlichen Ölen: Omega 3 reiche Öle und solche mit einem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren, sollte man gekühlt lagern. Man sollte sie auch nicht Monate aufbewahren. Besser ist bedarfsgerecht in kleineren Mengen und immer wieder frisch kaufen.   Übrigens, Leinöl lässt sich zur längeren Lagerung problemlos auch einfrieren. Bis zu einem Jahr ist dies ohne Qualitätsverlust möglich.

Gut informiert und artgerecht ernährt, werden Sie eine stabilere Gesundheit haben und dadurch mehr Energie und Lebensfreude.  

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