Maroni: Gesunder Genuss im Herbst.

Der Herbst zeigt sich in seiner ganzen Farbenpracht – ein schillerndes Schauspiel in rotbraunen Tönen. Der Start in die kühlen Tage des Jahres hält auch kulinarisch einige Überraschungen bereit. Neben Kohl und Kürbis wissen auch Äpfel und Quitten zu schmecken. Ein besonders gesunder Leckerbissen und noch immer oft unterschätzt: die Esskastanie.

Kastanien sind schon immer ein tolles Lebensmittel!

Esskastanie. So manch einer mag bei Kastanien an alles andere, bloß nicht an eine Zutat im Essen denken. Kastanien sind im Grunde Nüsse, die man pur oder als Zutat wie Getreide verzehren kann.

Erste Datierungen der Esskastanie reichen zurück bis in prähistorische Zeiten – in kaukasisch-armenischen Gebieten wurden sie schon damals gegessen. Später dann rund um das Schwarze Meer, in Kleinasien und auf dem Balkan. Von den Spartanern weiß man, dass sie Kastanien zu Mehl, Broten und Suppen verarbeiteten. Und mit der Ausdehnung des römischen Reiches fanden viele Spezialitäten aus fernen Ländern auch den Weg zu uns. Maroni und Zwetschgen sind die Bekanntesten.

Die alten Germanen verwendeten neben den Früchten auch Blätter, Blüten und die Rinde des Kastanienbaumes, z.B. in Tinkturen und Tees. Und noch bevor die Spanier die Kartoffel in Europa einführten, waren Maronen in einer breiten Schicht der Bevölkerung ein wichtiges Grundnahrungsmittel. In vielen Gebieten diente die Kastanie praktisch als alleinige Nahrungsquelle – je nach Region wurden ein bis zwei Bäume zur Ernährung eines Erwachsenen für ein ganzes Jahr veranschlagt.

Heute verwendet man die Maroni meist gekocht oder geröstet – zur Beilage oder als sättigende Süßigkeit für zwischendurch. Feinschmecker und Köche verarbeiteten sie zu Brot, Pudding und Pfannkuchen, aber auch zu Mousse, Soufflé, Cremes.

Maroni: Altes Hausmittel bei vielen Beschwerden

Schon seit der Antike werden Kastanien bei vielzähligen gesundheitlichen Beschwerden eingesetzt. So sollen Maronen bei Blutarmut und Völlegefühl helfen, den Magen beruhigen und die Abwehr steigern. Dazu enthalten sie basische Mikronährstoffe, die Säureüberschüsse im Körper abbauen können – die ideale Beilage zu Fleischgerichten.

Auch Hildegard von Bingen schwärmte von der Kastanie:
„Der Kastanienbaum ist sehr warm und hat aufgrund seiner Wärme eine große Kraft, da er die Discretio (das rechte Maß, die Mitte, das Firmament) symbolisiert und alles, was in ihm ist und auch seine Frucht ist nützlich gegen jede Schwäche, die im Menschen ist.“

Weitere beliebte Einsatzgebiete:

  • Maronen sollen bei Venen-Problemen helfen.
  • Manche Gynäkologen raten schwangeren Frauen, Maronen zu essen. Kastanien erleichtern die Entbindung und lindern schwangerschaftsbedingte Bein-Beschwerden – so das Argument.
  • Nahrung für die Nerven: Maronen enthalten Tryptophan, eine Aminosäure, die das emotionale Befinden positiv beeinflusst. Zusammen mit den enthaltenen B-Vitaminen.
  • Manche Substanzen in der Marone machen das Blut flüssiger, stärken die Venen-Wände, beugen Entzündungen vor und helfen bei Krampfadern.
  • Besonders Senioren und Kinder profitieren von der Maroni; ihre Calcium-Phosphor-Kombination stärkt Zähne und Knochen – ein altbewährtes Mittel bei Rheuma.
  • Maronen sind sehr leicht verdaulich und sollen bei Magen- und Darmproblemen helfen.

Esskastanien – Komplette Mahlzeit mit komplettem Nährstoffprofil

Wie Gemüse, Fleisch und Obst zusammen – eine Portion Maroni kommt im Nährstoffgehalt fast einer kompletten Mahlzeit gleich. So wird der Körper mit wichtigen Mineralien und Spurenelementen versorgt, wie z.B. Kalium, Kalzium, Phosphor, Schwefel, Eisen, Magnesium. Kupfer und Mangan. Die Kohlenhydrate in der Marone liefern die Energie. Dazu gesellen sich Vitamin E, C, fast alle B-Vitamine sowie das Provitamin-A Betacarotin, die allesamt vitalisieren und stärken. Obendrein macht die rundum satt und glücklich. Im Vergleich zu Nüssen liegt ihr Fettanteil bei nur 5 % – davon vor allem einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Linol- und Linolensäure.
Tipp: Werden Ihre Maronen nicht weich, schälen Sie einfach die rohen Nüsse vor dem Kochen. Noch einfacher wird es, wenn Sie direkt zu Maronenmehl greifen.

Rezept-Tipp: Maroni-Porridge

Maroni-Porrdige ist eine ganz besondere Köstlichkeit, die hervorragend schmeckt und nicht nur im Nährstoffgehalt hohe Maßstäbe setzt – basisch, glutenfrei, bekömmlich und leicht zu verdauen.

Zutaten für eine Person:

Zubereitung:

Das Maronimehl mit dem Pflanzendrink in einem Topf vermengen und kurz aufkochen lassen, bis der Brei eine dickflüssige Konsistenz bekommt (ca. nach 3-5 Minuten). Den Topf vom Herd nehmen. Danach die Gewürze und das Kokosmus dazugeben und untermengen. Nach Belieben können noch Rosinen und Kokosflocken hinzugefügt werden.

Topfruits-Tipp:
Essen Sie den Porridge wie Müsli zum Frühstück oder als Nachtisch.

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