Natur & Heilen 09/2026 – resistente Stärke
Neuropsychologie – Zucker beeinträchtigt die Fähigkeit, sich zu entspannen
Eine Studie der Universität Konstanz mit 94 gesunden Erwachsenen zeigt, dass ein erhöhter Blutzuckerspiegel die Fähigkeit des Körpers zur Entspannung beeinflussen kann. Ein Teil der Teilnehmenden erhielt morgens ein zuckerhaltiges Getränk, die Kontrollgruppe trank Wasser. Anschließend folgten entweder eine Massage oder eine Ruhephase. Obwohl sich alle Probanden danach subjektiv entspannter fühlten und eine Aktivierung des entspannungsfördernden Parasympathikus messbar war, zeigte sich nach dem Zuckerkonsum ein entscheidender Unterschied: Gleichzeitig blieb der aktivierende Sympathikus stärker mobilisiert. Der Körper verharrte somit trotz des empfundenen Ruhegefühls in einem erhöhten Erregungszustand. Die Forschenden empfehlen daher, unmittelbar vor gezielten Entspannungsphasen wie Meditation oder progressiver Muskelentspannung auf zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke zu verzichten.
Gesunde Thymusdrüse hält widerstandsfähig und jung – auch bei Erwachsenen
Eine gesunde Thymusdrüse könnte auch im Erwachsenenalter eine wichtige Rolle für die Gesundheit spielen. Forschende analysierten mehr als 27.000 CT-Aufnahmen und fanden einen Zusammenhang zwischen guter Thymusgesundheit, niedrigerer Gesamtsterblichkeit sowie weniger Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenkrebs. Eine weitere Studie mit über 3.400 Krebspatientinnen und -patienten zeigte zudem bessere Behandlungsergebnisse bei gesundem Thymus. Besonders deutlich war dieser Zusammenhang bei Lungenkrebs und Melanomen, aber auch bei Brust- und Nierenkrebs. Die Ergebnisse legen nahe, dass der Thymus über die Kindheit hinaus für Immunabwehr, Entzündungsregulation und gesundes Altern bedeutsam sein könnte.
Resistente Stärke wird im Dünndarm nicht verdaut, sondern gelangt weitgehend unverändert in den Dickdarm. Dort dient sie nützlichen Darmbakterien als Nahrung und wird unter anderem zu kurzkettigen Fettsäuren wie Butyrat umgewandelt. Diese Stoffwechselprodukte spielen eine wichtige Rolle für Darmschleimhaut, Darmbarriere und Entzündungsregulation. Natürliche Quellen sind vor allem Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, grüne Bananen und Hafer. Besonders interessant: Beim Abkühlen gekochter Kartoffeln, Reis oder Nudeln entsteht durch Retrogradation zusätzliche resistente Stärke, die auch nach erneutem Erwärmen teilweise erhalten bleibt. Studien bringen eine höhere Zufuhr resistenter Stärke unter anderem mit günstigeren Effekten auf Blutzucker, Insulinsensitivität und Blutfette in Verbindung. Auch mögliche Vorteile für Gewichtsregulation und Darmkrebsprävention werden untersucht. Wie stark diese Effekte ausfallen, hängt jedoch wesentlich von der individuellen Zusammensetzung des Darmmikrobioms und der gesamten Ernährungsweise ab. Resistente Stärke gilt daher als vielversprechender Baustein einer ballaststoffreichen, präventiv ausgerichteten Ernährung.
Hypercholesterinämie – Erhöhte Werte mit Naturheilmedizin senken
Cholesterin ist lebenswichtig, dauerhaft erhöhte LDL-Werte können jedoch Arteriosklerose begünstigen und damit das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. Da eine Hypercholesterinämie meist keine Beschwerden verursacht, sind regelmäßige Blutkontrollen wichtig. Neben genetischen Faktoren können unter anderem Ernährung, Bewegungsmangel, Alkohol, Stress sowie bestimmte Erkrankungen zu erhöhten Werten beitragen. Ein zentraler Ansatzpunkt ist der Lebensstil. Regelmäßige Bewegung – idealerweise eine Kombination aus Ausdauer- und moderatem Krafttraining – kann das Lipidprofil günstig beeinflussen. Auch eine ballaststoffreiche Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Haferkleie mit Beta-Glucanen, Flohsamenschalen und Apfelpektin können dazu beitragen, die Cholesterinaufnahme zu verringern. Ergänzend werden Artischocke, Knoblauch, grüner Tee, Bitterstoffe und Omega-3-Fettsäuren als naturheilkundliche Ansätze eingesetzt. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom individuellen Herz-Kreislauf-Risiko und der Ursache der erhöhten Werte ab. Besonders bei stark erhöhtem LDL-Cholesterin oder familiärer Vorbelastung ist eine ärztliche Abklärung wichtig.
Weitere Informationen finden Sie in der September-Ausgabe der Zeitschrift „Natur & Heilen“.
