Fastenarten: Welche Art zu Fasten ist für mich am Besten geeignet?

Die Feiertage und Fastnacht sind vorbei, der Frühling steht bald vor der Tür: Genau die richtige Zeit also, den Körper von zu vielen Pfunden und angesammeltem Unrat, Giftstoffen und Schlacken zu befreien. Fasten hebt die Stimmung, entgiftet den Körper und stärkt das Immunsystem.

Fastenkuren gibt es viele, in ihrer Art verschieden, vom Schema her gleich ablaufend: Begonnen wird mit 1- 3 Übergangstagen, bedeutet dass von „normaler“ Kost auf leichtbekömmliche, kalorienarme Kost umgestiegen wird um so den Körper auf die folgenden, teils drastischen Veränderungen in der Ernährung einzustimmen. Gewöhnlich wird in dieser Zeit auch der Darm gereinigt. Hierzu bieten sich Darmreinigungen durch Einläufe und/ oder durch Kräuterkuren, die den Darm anregen, besonders an. Die Darmreinigung verhindert zudem, dass der Darm weiterhin Darmgifte aufnimmt und unterdrückt aufkommende Hungergefühle.

Die meisten Menschen fasten zwischen zwei und drei Wochen. Ein Woche, besonders bei reinem Saftfasten, reichen aber auch schon aus, um den Körper von vielen der angelagerten Schadstoffen zu befreien.

Was beim und während jeder Art des Fastens zu beachten ist: Trinken sie ausreichend Flüssigkeit wie Wasser und Tee, mindestens 1- 2 Liter täglich. Auch körperliche Bewegung sollte nicht zu kurz kommen, da so der Kreislauf in Schwung kommt und der Körper besser entgiftet. Planen Sie Spaziergänge und andere leichte sportliche Betätigungen in den Tagesablauf mit ein. Hinzu kommen aber auch ausreichend Entspannungsphasen und genügend Schlaf. Yoga, Autogenes Training oder Tai Chi bieten sich hier besonders an.

Nachfolgend werden Ihnen in einer kompakten Übersicht die wichtigsten Fastenarten vorgestellt:

Saftfasten:
Saftfasten ist eine Form des Heilfastens. Hierbei werden über einen bestimmten Zeitraum auschließlich Fruchtsäfte und Gemüsesäfte getrunken. Die Säfte sollen dabei immer aus biologischem Obst und Gemüse und frisch gepresst zu sich genommen werden. Durch die Einnahme der ausschließlich flüssigen Nahrung, beruhigt sich der Verdauungstrakt. Mineralien und Vitamine können so besser aufgenommen und verwertet werden. Nach längerem Saftfasten können sich vorrübergehend Entgiftungssymptome wie Kopfschmerzen oder Schwindel einstellen, die jedoch in der Regel von kurzer Dauer sind.

Obsttag:
Essen Sie einmal die Woche nur Obst in verschiedenen Variationen, wennmöglich aus ökologischen Anbau. Manche Menschen setzen hierbei aber auch auf einschließlich eine Obstform. Zu nennen ist hier z.B. die Melonendiät aus dem Kundalini Yoga. Südfrüchte wie Papaya, Bananen oder Ananas liefern mit ihrem hohen Enzymanteil eine weitere hervoragende Obstquelle und reduzieren zugleich Entzündungen.

Breuß-Kur:
Die Breuß-Kur ist eine Form des Flüssigsfastens, sie erstreckt sich über einen Zeitraum von 42 Tagen. Es werden nur bestimmte Säfte und Tees getrunken. Dazu gehören z.B. frisch gepresster rote Beete Saft und andere Gemüsesäfte, oder der spezielle Breuß Gemüsesaft der einfach selbst herzustellen ist.

Hildegard-Fasten:
Beim Hildegard-Fasten wird über 6 bis 10 Tage ein- bis zweimal täglich eine rein pflanzliche Suppe mit hochwertigen Inhaltsstoffen wie Dinkelgrieß, Hildegard-Gewürzen und gesundem Gemüse eingenommen. Morgens soll täglich eine Portion Frucht-Habermus, ein gekochter Dinkelschrot mit getrockneten Früchten und wichtigen, energiespendenden Gewürzen wie Bertram, Galgant, Flohsamen und Zimt, verzehrt werden. Hinzu kommen Quitentabletten, ein Apfel und Gewürzkekse. ls Tagesgetränk dienen ca. 2-3 Liter ungesüßter Fencheltee oder Fastentee. Zu Beginn der Kur wird der Darm durch Einläufe gereinigt. Zur Hildegard-Kur gehört zudem ein täglich aufzulegender Leberwickel, dieser soll den Gallenfluss anregen und die Entgiftung fördern.

Heilfasten nach Buchinger:
Das Buchinger-Heilfasten ist heuteeine, auf individuelle Gegebenheiten abgestimmte, Trinkdiät, sie führt dem Körper durch Säfte und Brühen täglich etwa 250 kcal zu. Dabei erhält man morgens einen 1/ 4 Liter milden, schwarzen Tee,, mittags 1/4 Liter Gemüsebrühe, nachmittags erneut Tee mit Honig und abends 1/4 Liter Obstsaft. Dazwischen sollten mindestens 2 Liter Wasser getrunken werden. Je nach Bedarf kann das Prorgamm durch Milchprodukte wie etwa durch Magerjoghurt oder Milch, oder durch warmen Hafer- oder Reisschleim ergänzt werden. Die übliche Fastendauer beträgt zwischen zwei und vier Wochen. Weitere wichtige Elemente dieser Kur sind Wasseranwendungen, Massagen, ausreichend Schlaf und Entspannung durch Meditation. Zum Ende der Kur werden 3-Aufbautage angesetzt.

Intermittierendes Fasten:
Intermittierendes Fasten ist Fasten im „Kleinformat“. Zwischen den Mahlzeiten werden bestimmte Abstände eingehalten, sodass es Zeiträume der Nahrungsaufnahme sowie des Nahrungsverzichts gibt. Neueste Erkenntnisse legen nahe, dass diese Art des Fastens den Körper vital und gesund hält. Eine Studie dazu wurde unter der Leitung von Valter Longo durchgeführt, dem Direktor des Longevity Institute der University of Southern California. Im Rahmen der Untersuchung wurden Mäuse im Abstand von zwei Monaten einer 4 Tage andauernden „fasting mimicking diet“ (FMD) unterzogen. Dabei wurde die Kalorienzufuhr am ersten Tag um 50 % und an den nächsten beiden Tagen um 90 % reduziert. Beim Fasten verloren die Mäuse 15 % ihres Körpergewichts und ihr Blutzucker sank um 40 %, während die Ketonkörper um das 9-fache anstiegen. Auch sanken Insulinwerte und IGF-1. Im Laufe ihres Lebens konnten diese Mäuse 45 % weniger Krebserkrankungen vorweisen als ihre Artgenossen. Die DNA von Mäusen entspricht weitestgehend der Menschlichen.

Daneben gibt es noch einige weitere Arten und Ausprägungen zu Fasten. Ein- oder zweimal im Jahr ist Fasten sicher eine natürliche Art und Weise durch eine gewisse Enthaltsamkeit oder eine vorübergehend leichtere Nahrung, den Stoffwechsel, die Leber und Bauchspeicheldrüse zu entlasten und das Darmmileu positiv zu beeinflussen. Aber auch ohne dass man im eigentlichen Sinne fastet bringt auch bereits der Verzicht auf Alkohol, Süßigkeiten oder Fleisch über einen gewissen Zeitraum unserem Verdauungssystem und unserem Organismus eine deutliche Entlastung und man fühlt sich danach deutlich besser.

Eine amerikanische Studie aus 2015 konnte beweisen, dass Fasten den Blutdruck senkt und die Blutwerte verbessert. 147 Studienteilnehmer mit Bluthochdruck aßen 2 – 3 Tage nur Obst und Gemüse, und nahmen anschließend bis zu 11 Tage lang nur Kräutertees und Wasser zu sich. Darauf folgte ein einwöchiger Aufbau, bei dem die Probanden sich immer noch fett- und salzarm sowie pflanzenbasiert ernährten. Das Ergebnis der Untersuchung spricht Bände: Bei 90 % der Teilnehmer mit Hypertonie hatte sich der Blutdruck am Ende der Studie normalisiert. Durchschnittlich sank er um 37/13 mmHg  auf Werte unter 140/90 mmHg. Professor Dr. Martin Hausberg, Vorsitzender der Deutschen Hochdruckliga, empfiehlt eine Fastenkur auch als Übergang zu einer Ernährungsumstellung.

Aus unserer Sicht nach wie vor zu wenig beachtet ist eine gesunde Darmflora, wenn es um die Resorbtion von Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen geht. Hier zeigt sich ein großer Unterschied zwischen Menschen mit einer optimal milchsauer besiedelten Darmflora und Menschen mit einer Fehlbesiedeln durch Fremdorganismen und Pilze. Dies führt sehr häufig zu einer schleichenden Vergiftung und zu einer Mangelsituation durch Minderaufnahme von Vitalstoffen, selbst wenn solche genügend in der Ernährung bereit gestellt werden.  Aus dem Grund empfielt es sich auch während dem Jahr, immer wieder milchsauer fermentierte Lebensmittel zu konsumieren, wie etwa Yoghurt, Kefir oder Buttermilch, noch besser aber pflanzliche milchsaure Produkte, wie Sauerkraut, milchsauer fermentierte Säfte wie Karotten- oder Rote Beete Saft, oder die Verwendung von Miso in der täglichen Küche.Am Ende einer Fastenkur ist es günstig mit speziellen fermentierten Lebensmitteln oder mit löslichen Ballaststoffen die Darmflora optimal zu lenken und so für eine gute weitere Aufnahme von Nahrungsvitalstoffen zu sorgen.

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