Übergewicht: Cayenne-Pfeffer bringt Stoffwechsel auf Touren

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Cayenne Pfeffer ist ein regelrechter Apettit Zügler – das geht aus einer Studie der amerikanischen Purdue University hervor. Schon kleine Mengen reichen aus, um die Stoffwechselleistung des Körpers deutlich anzukurbeln. Durch das Würzen von Speisen mit bis zu einem halben Teelöffel Cayenne Pfeffer pro Tag, kann der Körper Kalorieren wesentlich besser verbrennen.

Der Cayennepfeffer wird nicht, wie man vermuten könnte, aus der Frucht des Pfefferstrauches (Piperaceae) gewonnen, sondern aus einer Paprika. Als Cayennepfeffer werden fein gemahlene Chilis der Chilisorte „Cayenne“ bezeichnet. Charakteristisch ist der etwas bittere Geschmack und eine starke Schärfe, die meist mit 30.000 bis 50.000 Scoville-Einheiten angegeben wird. Diese Schärfe wird durch den Stoff Capsaicin verursacht. Cayenne Chilis enthalten diese Substanz in vergleichsweise hoher Menge. Ursprünglich kommt Cayenne Pfeffer aus Lateinamerika. Seefahrer brachten den Cayenne, der auch als „spanischen Pfeffer“ bezeichnet wird, nach Europa und Asien.Über den besonderen Nutzen von Cayenne-Pfeffer in der Naturheilkunde können Sie sich im WEB und in der weiter führenden Literatur informieren. Cayenne fördert insbesondere die Durchblutung und gilt wegen der gefässerweiternden Eigenschaften auch als Notfallmittel bei einem Kreislaufkollaps und als Soforthilfe bei Angina pectoris.

Die Scoville Skala dient zur Abschätzung der Schärfe von Paprikaschoten. Hierbei wird der Subjektive Eindruck der Schärfe in den sog. Scoville-Einheiten angegeben. Maßgebend für das Schärfeempfinden ist das in den Schoten enthaltene Capsaicin. Es stimuliert die Schmerzrezeptoren der Schleimhaut und ist auf diesem Wege der Auslöser des Schärfereizes. Die Anzahl der Scoville Einheiten gibt das Verhältnis der benötigten Menge Wasser zu derSubstanz an, welche neutralisiert werden soll. So werden ca. 15 Millionen ml Wasser benötigt um 1 ml reines Capsaicin zu neutralisieren.

Wer seine Gerichte mit Cayennepfeffer würzt, kann laut einer amerikanischen Studie dadurch den Appetit zügeln und das umso besser je weniger er an das Gewürz bereits gewöhnt ist. Ferner wird die Thermogenese – die Wärmeproduktion im Körper – um bis zu 25% erhöht, was einen gesteigerten Kalorienverbrauch zur Folge hat. Der Fettzellenwachstum wird ebenfalls durch Capsaicinzufuhr gehemmt.

Forscher der Purdue University untersuchten in Ihrer Studie zu Pulver vermahlene Cayenne-Pfeffer-Schoten. Im Mittelpunkt stand das Capsaicin, ein Stoff, der für die Schärfe des Pfeffers verantwortlich ist. Capsaicin machte bereits in früheren Studien auf sich aufmerksam. So soll es unter anderem bei Haarausfall wirken, den Bludruck senken und sogar Krebszellen abtöten können. In dieser Studie interessierte die Forscher, wie stark Capsaicin den Stoffwechsel ankurbeln und daraus resultierend den Hunger dämpfen kann. Vorher durchgeführte Studien gingen meist von zu großen Mengen aus – kaum anwendbar für den normalen Hausbedarf. Diesmal wurde mit kleineren Mengen experimentiert. So seien bis ein halber Teelöffel pro Tag realistisch.

Gewöhnungsfaktor spielt mit
Ingesamt 25 normalgewichtige Menschen nahmen an der sechswöchigen Studie teil. 13 der Teilnehmer schmeckte der Pfeffer von vornherein. Die restlichen Propanden standen ihm skeptisch gegenüber. Zu Beginn der Studie wurde die geschmackliche Verträglichkeit des Pfeffers getestet. Diejenigen Teilnehmer, die Cayenne-Pfeffer nicht mochten, empfanden im Schnitt 0,3 Gramm pro Tag in ihren Speisen als ertragbar. Die Gaumen der Pfeffer-Freunde dagegen waren im Schnitt bei 1,8 Gramm befriedigt.

Finger weg von Cayenne-Pfeffer-Kapseln – nützt nix
„Das Brennen im Mund ist verantwortlich für den Effekt“, so Mattes weiter. Die direkte Berührung des Pfeffers mit der Mundschleimhaut sei Grundvoraussetzung für den Effekt. Je stärke das sensorische Empfinden, desto stärker macht sich die Wirkung bemerkbar. Durch das brennende Gefühl wird die Körpertemperartur und der Energievebrauch angeregt, das Hungergefühl nimmt ab. „Zuerst einmal bestimmt er die Schmackhaftigkeit von Gerichten und damit die Auswahl von Lebensmitteln. Auf der anderen Seite beeinflusst er aber auch Abläufe im Körper – wie gut man Gerichte verdauen kann, wie gut man die Nährstoffe aufnehmen und der Körper sie nutzen kann.“

Um eine gute Wirkung auf den Stoffwechsel zu erzielen, sollte möglichst auf Cayenne-Pfeffer in Kapselform verzichtet werden. Streuen Sie besser bis zu 1/2 Teeloeffel Pulver taeglich direkt über bzw. in Ihre Speisen. Dabei können Sie mit kleineren Mengen beginnen und sich dann langsam hocharbeiten. Wichtig ist auch die Qualität des Pfeffers. Naturbelassener Cayenne-Pfeffer aus biologischem Anbau ist besser als konventioneller Pfeffer.

Capsaicin selbst kann durch Kochen nicht zersetzt werden, daher eignet sich Cayennepfeffer vorzüglich als Gewürz in der warmen Küche, aber auch als Zugabe in Salaten und Rohkostgerichten. Durch seine antibakterielle und pilzhemmende Wirkung wird es in warmen Südländern verstärkt den Speisen beigefügt, um diese haltbarer zu machen. Es wirkt, wenn nicht überdosiert, bekömmlich, da die Schleimhäute im Mund und Magen verstärkt Verdauungssäfte produzieren. Und sollte man mal aus Versehen zu viel zu sich genommen haben, bitte nicht mit kohlesäurehaltigen Getränken nachspülen. Diese verstärken den Effekt nur noch. Da Capsaicin fettlöslich ist, helfen Milch, Joghurt oder Käse. Auch Brot kann Abhilfe verschaffen, da es die Rezeptoren auf der Zunge abdeckt.

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