Granatapfel
Granatapfel gesund genießen: Wirkung & Nutzen
Der Granatapfel – in heiligen Texten der Bibel, im Koran und in der altägyptischen Kultur erwähnt – ist längst kein exotischer Geheimtipp mehr. Heute gehört er zu den populärsten Superfrüchten weltweit, auch in den Regalen der europäischen Supermärkte. Die Granatapfel Wirkung auf Gesundheit und Vitalität ist beeindruckend und zunehmend Gegenstand der Wissenschaft.
Inhaltsstoffe: Warum der Granatapfel so gesund ist

Die apfelähnliche Frucht hat einen Durchmesser von bis zu etwa 10 cm und ist durchzogen von vielen Scheidewänden. Dadurch entstehen Kammern, in denen sich zahlreiche harte Samen befinden, die jeweils umgeben sind von einem glasigen, saftigen Samenmantel, der auf Druck leicht zerplatzt. In einer Frucht sind etwa 400 bis 600 Samen enthalten.
Granatäpfel zeichnen sich durch einen hohen Gehalt bioaktiver Inhaltsstoffe aus. Der Granatapfel enthält größere Mengen Flavonoide wie Anthocyane und Quercetin, Polyphenole, v.a. Ellagitannine wie Punicalagin sowie Phenolsäuren wie Ellagsäure und Gallussäure, mit wichtigen Funktionen für die Zellregulation. Er ist reich an Kalium und enthält unter anderem Vitamin C, Kalzium und Eisen.
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Wissenswertes zu Granatapfel
Granatäpfel: Tipps zur Lagerung & Zubereitung
Frisch geerntete Granatäpfel sind lange haltbar, bei 0-5°C sogar mehrere Monate. Im Kühlschrank kann man sie mehrere Wochen ohne Qualitätsverluste aufbewahren und so immer wieder in die Ernährung einbauen. Auch wenn sie dabei außen unansehnlich werden, bleiben die inneren Werte erhalten.
Verzehrt werden beim Granatapfel die Samen / Kerne: Hierzu den Granatapfel halbieren und mit einer Löffelrückseite auf die Schale der Frucht klopfen. Die Samen fallen so nach und nach heraus. Es ist auch möglich, die Kerne unter Wasser zu lösen, so werden unliebsamen Spritzer des Granatapfelsafts vermieden. Granatapfelkernen können auf Salate, Baba Ganoush (arabisches Auberginenpüree), Joghurt, Müsli oder auch süße Speisen gegeben werden.
Der Saft kann auch direkt aus der Frucht getrunken werden. Hierfür durch vorsichtiges Pressen der Frucht die Samen in der Schale aufbrechen und dann durch ein kleines Loch in der Schale den Saft aussaugen. Alternativ wie eine Orange auspressen.
Granatapfel Wirkung: Gesundheit auf vielen Ebenen
Über 250 wissenschaftliche Studien weisen nach, dass der Granatapfel überaus positive Wirkungen bei vielen Zivilisationskrankheiten hat. Insbesondere die enthaltenen Polyphenole, welche antioxidativ, antientzündlich und krebshemmend wirken, sind für viele gesundheitlich positive Effekte verantwortlich. Fermentierte Granatapfelzubereitungen werden dabei nach neueren Untersuchungen von manchen Menschen besser verstoffwechselt.
1. Herz-Kreislauf & Blutdruck
Dass der Granatapfel gesund für das Herz-Kreislauf-System ist, zeigt eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2017, veröffentlicht im Fachjournal Pharmacological Research. Die Forscher analysierten acht randomisierte, placebokontrollierte Studien zur Wirkung von Granatapfelsaft auf den Blutdruck. Das Ergebnis: Der systolische Blutdruck konnte im Durchschnitt um –4,96 mmHg gesenkt werden. Auch der diastolische Wert sank signifikant um –2,01 mmHg. Die Autoren betonen, dass dieser Effekt unabhängig von der täglichen Trinkmenge sowie der Dauer der Einnahme auftrat. Schon Mengen von unter 240 ml pro Tag zeigten messbare Ergebnisse. Eine Erklärung für diesen Effekt könnten die vorteilhaften Wirkungen der enthaltenen Flavonoide auf die Gefäße sein.
Zudem gibt es Hinweise, dass Granatäpfel einen Einfluss auf den Cholesterinwert haben.
Hinweis: Einige Medikamente zeigen Wechselwirkungen mit Lebensmitteln. So ist es auch bei cholesterinsenkenden Medikamenten wie Statine und Blutverdünnern wie Marcoumar mit Granatäpfeln.
2. Antioxidantien, Entzündungshemmung, Zellschutz
Die Polyphenole im Granatapfel sind stärker antioxidativ wirksam als Rotwein oder grüner Tee. Sie reduzieren oxidative Schäden und fördern die Gesundheit der Gefäße. Beispielsweise kann der oxidative Stress in Makrophagen reduziert werden, was freie Radikale und Lipidperoxidation hemmt– wichtige Prozesse zum Schutz der Zellen.
Ellagitannine blockieren die Bildung und Wirkung bestimmter Entzündungsmarker – eine weitere wirksame Schutzwirkung auf zellulärer Ebene. Granatapfelextrakte zeigten in Studien antikrebsartige Effekte, indem sie das Zellwachstum hemmen und programmierten Zelltod (Apoptose) fördern.
3. Kognitive Leistungsfähigkeit

2024 haben Forschende den Effekt von Punicalagin aus Granatapfel in Bezug auf leichte kognitive Beeinträchtigungen in einer Übersichtsarbeit näher betrachtet. Langfristiges Ziel ist es, Granatapfel als Demenzschutz einzusetzen. Erste Studien dazu zeigen, dass Punicalagin oxidativen Stress im Gehirn mindert und neuroinflammatorische Prozesse hemmt.
4. Granatapfel Wirkung für Frauen
- Menopause & Hormonbalance: Eine Metaanalyse zeigt, dass Granatapfel den Schweregrad von Hitzewallungen verringert und den Fettsäure-Typprofile (z. B. HDL) verbessert
- PCOS (Polyzystisches Ovarsyndrom): Granatapfelsaft reduziert Testosteron- und Entzündungsmarker, verbessert HDL-Spiegel und senkt Triglyceride
- Hautschutz: In einer randomisiert kontrollierten Studie benötigten Frauen nach zwölf Wochen Granatapfelkonsum deutlich mehr UVB-Licht, bis ihre Haut Rötungen zeigte – ein Schutz gegen UV-Schäden.
5. Granatapfel Wirkung für Männer
Prostata & PSA-Wert: Einer der wohl vielversprechendsten Effekte des Granatapfels ist der Einfluss auf die PSA-Werte (Prostata-spezifisches Antigen) bei Männern. In Studien wurde die PSA-Doppelungszeit bei Prostatakrebs verlangsamt; insbesondere Männer mit bestimmten genetischen Merkmalen zeigten individuelle Reaktionen.
Granatäpfel enthalten Ellagsäure – einen der effektivsten sekundären Pflanzenstoffe
Die bemerkenswerten medizinischen Effekte des Granatapfels liegt in seiner Fülle an Polyphenolen, die sowohl antioxidative als auch antientzündliche und zellregulierende Effekte haben. Diese machen die Frucht zu einer potenten, natürlichen Ergänzung für Gesundheit und Krankheitsprävention. Besonders sticht hier Ellagsäure hervor. Grund, sich diese natürliche Substanz aus dem Granatapfel näher anzusehen. Unter anderem die beiden bekannten deutschen Forscher im Bereich der sekundären Pflanzenstoffe, Prof. Dr. Claus Leitzmann und Dr. oec. troph Bernhard Watzl, konnten verschiedene Schutzwirkungen der Ellagsäure nachweisen:
- Sie wirkt antioxidativ und kann schädliche freie Radikale neutralisieren
- Sie hat antimikrobielle Wirkung und hemmt verschiedene Bakterienarten
- Sie wirkt schützend durch die Inaktivierung von schädlichen Stoffen wie z.B. Aflatoxin, Acrylamid und anderen zellschädigenden Substanzen
- Ellagsäure wirkt hemmend auf das Wachstum entarteter Zellen und fördert deren natürlichen Zelltod
Das gesundheitliche Potenzial der Ellagsäure geht deutlich über das vieler anderer sekundärer Pflanzenstoffe hinaus.
Für weitere Informationen empfehlen wir Ihnen Buchtitel, wie z.B. `Bioaktive Substanzen in Lebensmitteln´ (Watzl, Leitzmann), oder `Krebszellen mögen keine Himbeeren´ von Gingras/Beliveau.
Aufgrund des pflanzlichen Ursprungs ist Ellagsäure als Nahrungsergänzungsmittel von der US-Arzneimittelzulassungsbehörde als sicher eingestuft.