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Johanniskraut – Pflanze des Jahres 2019 - 28.03.2019


Johanniskraut wurde zur Pflanze des Jahres 2019 gewählt. Die Auszeichnung wurde 2003 durch den NHV Theophrastus ins Leben gerufen – ein Verein, der sich der Bewahrung von naturheilkundlichem Wissen verschreibt. Ihre Auswahl begründet die Jury mit den besonderen Heilwirkungen der Pflanze, vor allem im Bereich der Psyche. So wird dem Johanniskraut nachgesagt, dass es Schlafprobleme, Angstzustände und Depressionen lindern kann. Aber auch in Bezug auf Verdauung, Wundheilung sowie Hautpflege sehen die Experten großes Potential in dem Kraut. Bereits Paracelsus, ein bekannter Arzt des Spätmittelalters, sah darin ein universelles Heilmittel für den Menschen. Das faszinierende: Vor 3 Jahren – im Jahr 2015 – wurde Johanniskraut schon einmal zur Pflanze des Jahres gekürt.johanniskraut

Die Jury erklärt diese doppelte Ernennung damit, dass Johanniskraut in den letzten Jahren viel zu wenig gewürdigt wurde. Ihm wurden gar Neben- und Wechselwirkungen zugeschrieben, die zwar nicht zutreffen aber viele verunsicherten. Um den Ruf des vielseitigen Heilkrauts in der öffentlichen Wahrnehmung wieder zu stärken, wurde es daher erneut ausgewählt.

Aber was macht Johanniskraut so besonders, dass es gleich zweimal eine Auszeichnung verdient? Eines vorweggenommen – das unscheinbare Kraut hat es in sich. Seine Blätter sind von winzig kleinen Drüsen überzogen, die ätherische Öle produzieren. Außerdem enthält die Pflanze diverse sekundäre Pflanzenstoffe wie Hypericin, Hyperforin, Flavonoide, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Phytosterin, Stearin, Taraxasterol, Violaxanthin, Beta-Sitosterol und Phytosterole. Das Zusammenspiel dieser besonderen Inhaltsstoffe wirkt entzündungshemmend und beeinflusst unsere Stimmung. Eine Gruppe von Wissenschaftlern aus Santa Monica/USA konnte 2016 beweisen, dass Johanniskraut leichte bis mittelstark ausgeprägte Depressionen lindern kann. Die Forscher analysierten die Ergebnisse aus 35 Studien mit insgesamt 6993 Teilnehmern. Die Wirkung des Krautes übertraf dabei deutlich die des Placebo-Präparats und verzeichnete vergleichbare Erfolge mit dem Einsatz von Antidepressiva. Im Gegensatz  zu letzterem wurden bei der Anwendung von Johanniskraut weniger starke Nebenwirkungen festgestellt.

Johanniskraut kann als Tee getrunken oder äußerlich angewendet werden. Für einen wohltuenden Johanniskrauttee übergießen Sie 2 Teelöffel getrocknetes, geschnittenes Johanniskraut mit ¼ l heißem Wasser. Das Wasser sollte nicht mehr kochend heiß, sondern auf ca. 60° abgekühlt sein. Lassen sie die Zubereitung 10 Minuten ziehen, bevor sie das Kraut wieder abseihen. Trinken Sie den Tee heiß oder warm oder nutzen Sie ihn zum Inhalieren. Nehmen Sie den Tee regelmäßig zu sich, um von der bestmöglichen Wirkung zu profitieren. Für die externe Anwendung können Sie sich selbst eine Johanniskraut-Tinktur herstellen. Kombinieren Sie dafür das Johanniskraut mit einer Wasser-Alkohol- Mischung in einem Verhältnis von 1:5. Die Tinktur tragen Sie anschließend auf die Haut auf. 

Quelle Studie: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27589952